Sehr geehrte Damen und Herren
Nachfolgende Programmhinweise von SWR2 in der nächsten Woche lesen sich an wie ein kleines Nachschlagwerk für Mindcontrolbetroffene, besonders geeignet auch für die Teile dieser Gesellschaft die diesen Personenkreis nach wie vor als Spinner usw. betrachtet.
Text -Auszug aus Kulturgeschichte des Wahnsinns.
Der Umgang mit "Irren" hing und hängt vom Menschenbild der
Gesellschaft ab, die sie umgibt.
Im Umkehrschluss bedeutet das: Aus der Art und Weise, wie diese mit ihren
sogenannten "Irren" umgeht, lassen sich Schlüsse ziehen über sie selbst.
1)Tätergehirne Erkennen
Professor Hans J. Markowitsch
2)Zeig mir dein Gehirn und ich sage Dir, wer Du bist
Prof. Dr. Michael Hagner / Prof. Dr. Petra Gehring
Prof. Dr. Henning Scheich,
3)Der Flüsterwitz / Alles kontrollieren sogar die Gedanken
Ines Molfenter
4)Spatzenhirn und Meistersänger
Von Volkart Wildermuth
5)Die Ordnung der Schöpfung
Fabienne Eggelhöfer, Kuratorin, Paul-Klee-Zentrum Bern;
Prof. Dr. Christa Sommerer, Biologin und Künstlerin, Institut für
Medien, Kunst-Universität Linz;
Prof. Dr. Beda Stadler, Molekularbiologe, Universität Bern
6)Kulturgeschichte des Wahnsinns
Natalie Akbari-Haddad
SWR2 Forum
Montag bis Freitag 17.05 bis 17.50 Uhr
Themen vom 31.03.2008 - 04.04.2008
(Wiederholung abends um 22.15 Uhr und am nächsten Tag um 11.05 Uhr in SWR
Cont.Ra)
Tätergehirne Erkennen
Professor Hans J. Markowitsch
SWR2 PROGRAMM
KW 13 / 24. - 30.03.2008 / 8.30 SWR2 Wissen: Aulahttp://
www.swr2.de
Über die Neurologie des VerbrechersVon Hans J. Markowitsch
Heute ist es dank neuer bildgebender Verfahren möglich, in das Innere des Gehirns zu schauen. Und manche
Hirnforscher sagen sogar, sie könnten anhand des neurologischen Befundes vorhersagen, ob aus einem
Jugendlichen im Erwachsenenalter ein gewalttätiger Mensch werden wird. Es bestehe - so die erwähnten
Hirnforscher - genug Wissen, um das Verbrechergehirn zu erklären und zu erkennen, psychopathologische
Störungen spiegeln sich fast immer in neurologisch-anatomischen Störungen wider. Professor Hans J. Markowitsch, einer der führenden Gedächtnis- und Hirnforscher Deutschlands, zeigt, was im Gehirn eines Täters vor sich geht und wie man es erkennen kann.
Di., 01.04.2008
Zeig mir dein Gehirn und ich sage Dir, wer Du bist -
Weshalb die Hirnforschung zur Leitwissenschaft wurde
Gesprächsleitung: Anja Braun
Es diskutieren:
Prof. Dr. Michael Hagner, Lehrstuhl für Wissenschaftsforschung, ETH
Zürich;
Prof. Dr. Petra Gehring, Philosophin, TU Darmstadt;
Prof. Dr. Henning Scheich, Direktor des Leibniz Instituts für
Neurobiologie, Magdeburg
Als Erklärungswissenschaft steht die Neurobiologie ganz vorne. Kaum
ein anderer Forschungszweig scheint so wichtig - jede Woche
überraschen die Hirnforscher mit neuen Erkenntnissen. Die bunten
Magnetresonanzbilder des Gehirnes suggerieren, man könne dem
Menschen beim Denken und Fühlen zusehen. So kommt inzwischen kaum
eine gesellschaftliche Debatte ohne Verweis auf die Hirnforschung
aus. Das geht los bei der Diskussion über Resozialisierung von
Straftätern und endet beim Streit um die beste Kinderbetreuung.
Doch warum steigt die Nachfrage nach biologistischen
Erklärungsmustern so rasant? Liegt darin die Sehnsucht nach
Vereinfachung, nach schlichten Lösungen? Auch nach
"Hirn-Optimierung"? Wo sind die Grenzen der Hirnforschung?
Mo., 31.03.2008
Die Ordnung der Schöpfung -
Kreativität in Kunst und Wissenschaft
Gesprächsleitung: Rainer Zerbst
Es diskutieren:
Fabienne Eggelhöfer, Kuratorin, Paul-Klee-Zentrum Bern;
Prof. Dr. Christa Sommerer, Biologin und Künstlerin, Institut für
Medien, Kunst-Universität Linz;
Prof. Dr. Beda Stadler, Molekularbiologe, Universität Bern
Jahrhunderte lang galten Kunst und Wissenschaft als Gegensätze -
als verhielten sie sich zueinander wie Chaos und Ordnung: Der
Künstler, nach seinem Selbstverständnis früher gerne ein
Schöpfergott im Atelier, der die Grenzen menschlicher
Vorstellungskraft immer mehr erweitert. Und der Wissenschaftler,
der die Gesetze und Mechanismen der Natur erforscht und dadurch die
Grenzen des Wissens erweitert. Das mechanistische Weltbild hat die
Naturwissenschaft längst hinter sich gelassen. Sie arbeitet mit
Unwägbarkeiten, Chaostheorien und hat sich damit künstlerischen
Prozessen angenähert. Die Kunst im 20. Jahrhundert wiederum
tendiert in einigen wichtigen Strömungen zur quasi wissenschaftlich
exakten Gestaltung klarer Formen und Strukturen. Ausgehend von
einer Ausstellung im Paul-Klee-Zentrum in Bern über "Genesis - Die
Kunst der Schöpfung" stellt sich die Frage: Wie ähnlich sind die
Prozesse der Kreativität in Kunst und Wissenschaften inzwischen
geworden? Inwieweit profitieren sie voneinander? Wie sehr werden
sie in Zukunft sogar aufeinander angewiesen sein?
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Mittwoch, 2. April, 8.30 Uhr
Spatzenhirn und Meistersänger
Was Vogel-Laute über Gehirn und Evolution verraten
Von Volkart Wildermuth
Ihr Zwitschern, Rufen und Gurren, ihre Pfiffe und Arien
sind Musik in den Ohren von Vogelfreunden und führen
gleichzeitig in hochaktuelle Forschungsgebiete. So bringt
z. B. ein bestimmter Gendefekt sowohl Menschen als auch
Zebrafinken ins Stottern. Das Küken der Nachtigall
erlernt sein Lied ganz ähnlich wie ein Baby die Laute
seiner Muttersprache. Und die Vielfalt der Vogellieder
erlaubt es, den evolutionären Wettstreit zwischen
Männchen und Weibchen ebenso zu verstehen, wie die
Kooperation in Gruppen. Die Lieder der Vögel bieten
Antworten auf viele Fragen und deshalb wird in immer mehr
Laboratorien untersucht, warum gerade Vögel und nicht
etwa Hasen singen oder: welche Informationen in komplexen
Warnrufen verschlüsselt sind, warum in den Tropen Duette
erklingen und wie Meisen mit dem Lärm in der Stadt zu
recht kommen.
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Dienstag, 01.04.2008
Der Flüsterwitz / Alles kontrollieren sogar die Gedanken
Schwarzer Humor in dunklen Zeiten
Von Ines Molfenter
"Wann gibt es wieder Sahne? Dann, wenn alle Hitlerbilder entrahmt sind."
Diesen Witz zu erzählen, konnte einen Menschen im Dritten Reich die
Freiheit kosten oder sogar das Leben. Ein Witz über die Partei in der DDR
dem Falschen erzählt oder von einem Spitzel mitgehört, beendete nicht
selten die berufliche Karriere des Witze-Erzählers. In Zeiten der
Unterdrückung haben sich Menschen immer wieder mit geflüstertem Galgenhumor
ein Ventil geschaffen, um Todesangst zu ertragen, Ungerechtigkeiten zu
benennen und so dem Elend lachend die Stirn zu bieten. Das ist zwar noch
kein aktiver Widerstand, aber eine unschätzbare Freiheit - in einem Regime,
das für sich in Anspruch nimmt, alles zu kontrollieren, sogar die Gedanken.
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Freitag, 4. April, 8.30 Uhr
Stachel im Fleische der Vernunft
Eine Kulturgeschichte des Wahnsinns
Reihe: Schauplatz
Von Natalie Akbari-Haddad
Verrückt, wahnsinnig, irre - so werden seit Jahrhunderten
psychisch Kranke charakterisiert. Die Mehrdeutigkeit der
Bezeichnungen macht klar, dass es sich dabei um
außergewöhnliche Phänomene handelt. "Verrückt",
"wahnsinnig", "irre" kann auch unbegreiflich, seltsam,
unheimlich bedeuten. Krankheiten, die nicht den Körper
angreifen, sondern Seele und Geist, das Selbst, haben
schon immer einen besonderen Stellenwert gehabt. Der
Umgang mit "Irren" hing und hängt vom Menschenbild der
Gesellschaft ab, die sie umgibt. Im Umkehrschluss
bedeutet das: Aus der Art und Weise, wie diese mit ihren
"Irren" umgeht, lassen sich Schlüsse ziehen über sie
selbst. Das gilt für vergangene Epochen ebenso wie für
unsere Zeit.
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Mit freundlichem Gruß
Karlheinz Croissant
Deutsches Forum